FOOD

Auszug aus einem Probenprotokoll vom 28.12.2022

Fragen: In welcher Bubble, in welcher Lebensrealität docken wir an?
Für wen spielen wir? Alter 12 – 18

Was beschäftigt und interessiert einen? Zubereitung -Essen im Restaurant/Daheim/Dönerbude etc., Verfügbarkeit, Klassisch/Experimentell, Geschmack, Kosten, Aussehen, Land, Kalorien, Gewichtszunahme!, das Lieblingsessen, Gesunde Nahrung, es soll einfach nur schmecken.

Kochshow:
Experimentieren + Publikums-Voting-> Verschiedene Charaktere

Was koche ich, wie koche ich? Improvisiert/nach Rezept „Kekse nur nach Rezept, die werden sonst nix“

Challenges:

  • Nahrungskombinationschallenges -> NoGo, Senf mit Zucker, Smoothie-Challenges, Mutproben, Marshmallows im Mund, wie viele Solettis passen in den Mund
  • Wahrheit oder Pflicht(-inkl. Wahl)
  • Flaschendrehen -> unausgesprochene/selbstverständlicheRegel: Man darf nicht lügen -> als kurze Ablenkung, um mal nicht an Essen zu denken, und dann kommt die Frage: Hast du Hunger?

12-18 Jahre: selber Nahrungsmittel beschaffen, holen -> Selbstermächtigungsprozess
Was durfte ich nicht als Kind? – Jetzt mach ich das! Aber wo kaufe ich ein? Wieviel Geld habe ich für den Einkauf zur Verfügung? Spielt Nachhaltigkeit eine Rolle? Wie wähle ich aus?

Situation für Recherche und eine Impro: Auf Verdauung aufmerksam machen: Auch hierhin einen Blick werfen- Impro zum Verdauungsvorgang. Der Körper ist mein Haus – mein Körper braucht essen, wieviel und was?

  • Wenn sie es wirklich tun (Löffel Zimt/rohes Ei schlucken, eine Packung Gummiwürmchen oder Schockolade essen, ein Packerl Chips), also performativ sind, dann ist es immer ein NoGo// Du hast sooo Hunger – würdest du es dann tun?
  • Die Menge macht es aus?
  • Was würd ich nicht machen? Glas Milch, Ketchup, Olivenöl, Butter Reaktion ->WÄHH
  • Was ist wirklich gesund? Uh viel Zucker – aber für die Verdauung gut -> ganz viele Widersprüche
  • Etwas Saures Essen/Scharfes Essen – wer hält am meisten aus?

Geschichten rund ums Essen:

Diese Nudeln!

Ich kann mich erinnern, als ich 14 war, bin ich hin und wieder mit einer Freundin mit dem Zug in die nächste größere Stadt gefahren. Dort sind wir dann vom Bahnhof zu Fuß in die Fußgängerzone, um uns Wok-Nudeln mit Gemüse zum Mitnehmen zu holen. Manchmal, wenn wir grade viel Taschengeld hatten auch mit Garnelen. Dann haben wir uns da hingesetzt und diese Nudeln gegessen, auch bei nicht so schönem Wetter. Das haben wir gar nicht so oft gemacht und diese Nudeln waren auch echt nix besonderes, heute würd ich sie wahrscheinlich eher grausig finden, der Stand war nicht der beste oder sauberste. Aber das war so ein besonderes Gefühl, so selbstständig zu sein. Und dieses Gefühl hing an diesen Nudeln.

Der Schimmelkäse

Bei einer unserer Familienfeiern saßen wir alle gemeinsam am Tisch und es gab so Platten mit Wurst und Käse und Gemüse. Und mein Cousin, er war damals glaub ich 13, hat den Blauschimmelkäse entdeckt und mit recht verzogenem Gesicht erst mal gefragt, was denn mit dem Käse falsch ist. Als Antwort hat er bekommen, dass das Blauschimmelkäse ist. Dann war er erst mal so „SCHIMMEL?!? Das ist doch giftig…“. Meine Tante hat ihm dann erklärt das nicht jeder Schimmel schlecht ist und dass es Edelschimmel gibt, den man eben essen kann, so wie bei dem Käse. Zuerst war er noch ein bisschen skeptisch und recht vorsichtig, aber nachdem er ihn mal gekostet hatte, hat er zwei Käsebrote verdrückt.

Keine Spuren im Schnee

Eine Bekannte von mir hat mir erzählt, dass sie sich früher sehr für Essstörungen interessiert hat. Das Konzept hat sie fasziniert und sie wollte alles darüber wissen. Sie wollte wissen, was Betroffene denken und warum manche sogar die Essstörung gut finden.

Sie hat sich in pro Ana Foren eingeloggt, also Chat-Foren für Anorexie Kranke, meistens junge Frauen. Das sind verbotene Foren, weil es darum geht sich gegenseitig in der Essstörung zu bestärken. Da werden beispielsweise Tipps ausgetauscht, wie viel man vor dem Wiegen beim Arztbesuch trinken soll, damit man schwerer erscheint. Oder auch, dass man sich kleine Metallkugeln in die Haare flechten soll, so dass man es nicht sieht.

Meine Bekannte hat mir erzählt, dass sie mehrmals privat mit einem Mädchen gechattet hat, das Anorexie hatte. Dieses hat ihr erzählt, dass es ihr größter Wunsch ist so dünn und leicht zu werden, dass sie im Winter keine Spuren im Schnee hinterlässt.